Die Sophienstraße

                                     

                                                                           

Zwischen Großer Hamburger und Rosenthaler Straße gelegen, gibt sich die Sophienstraße im Berliner Bezirk Mitte klein und verwinkelt. 300 Jahre ist sie alt. In der damaligen Spandauer Vorstadt wurde sie im 17. Jahrhundert angelegt.

„Kennst Du Wanderer sie nicht, so lerne sie kennen.“ Diese Worte auf einer schlichten Begräbnistafel an der Nordwand der Sophienkirche erinnern an die Dichterin Anna Louise Karschin. Sie könnten eine Aufforderung zu einem Spaziergang durch die heute denkmalgeschützte Straße sein. Ihren Namen erhielt sie 1837 nach der 1712 erbauten Sophienkirche.

Der im Grundriss quadratische, rund 69 Meter hohe, 1976/77 restaurierte Turm der Kirche ist der einzig erhaltene Barockturm Berlins. Auf dem Friedhof der Sophienkiche haben Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden, die mit der Geschichte Berlins eng verbunden sind. So findet sich hier u.a. das Grab des Komponisten und Direktors der Singakademie Carl Friedrich Zelter (1758-1832). Er gilt auch als Förderer des Komponisten Felix Mendelsohn-Bartholdy.

An die Sophienkirche grenzt der ehemalige Jüdische Friedhof in der Großen Hamburger Straße. Neben der Ruhestätte befindet sich ein jüdisches Krankenhaus und ein Altenheim sowie eine jüdische Schule, in welcher heute wieder unterrichtet wird. Eine Gedenkstätte erinnert an die Schrecken des Holocaust.

Im Viertel hatte auch der Berliner Handwerkerverein, gegründet 1844, seine Zusammenkünfte. 1864 baute er in der Sophienstraße 15 ein Vereinshaus mit großem Saal, der mit Emporen 2.000 Personen fasste. Als dieses Haus später abgerissen wurde, baute der Handwerkerverein im Jahre 1904 in der Sophienstraße 18 ein neues Gebäude, das noch heute steht. Die Torbögen führen zu den Sophiensälen im Hinterhaus. Heute finden dort international beachtete Theater– und Tanzaufführungen statt.

Die Sophienstraße wurde von 1981 bis 1987 unter Wahrung denkmalpflegerischer Vorgaben saniert. Es wurde Altberliner Milieu, ein Stück Stadtgeschichte bewahrt.

Das Haus mit der Nummer 11 ist das älteste in der Sophienstraße und eines der ältesten Häuser Berlins.

           „Restauration Sophien 11“